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Leserbriefe (contra) Tiefschlag Schon vor der morgendlichen Zeitungslektüre hatte ich mir vorgenommen, zu dieser Entgleisung Stellung zu nehmen: Eine Schande Der Karnevalswagen mit Kardinal Meisner als Inquisitor ist eine Schande für Düsseldorf. Von der Primitivität ganz zu schweigen. Wir fühlen uns beleidigt, nicht nur persönlich, sondern auch für unsere Mitchristen, unseren Bischof und unsere christlichen Kirchen. Infam Zu Ihrer Frage: Darf der Karneval das? Eine Meinung in zwei Andeutungen: Empört Auch ich war empört über die Darstellung. Ein böses Zündeln kann man real allerdings nur beim Gestalter Tilly feststellen; und dies nicht zum ersten Mal, man denke nur an das Ärgernis mit den "Kreuzen", das nur mit Mühe verhindert werden konnte. Übrigens folgte gestern nach dem Vorbeizug des Wagens prompt eine Anerkennung von Kommentator Breuckmann für Tilly. Meine Frage: Befindet Herr Tilly über solche Entgleisung allein? Oder wer hat darüber noch zu entscheiden? Solche hässlichen Verunglimpfungen haben mit echtem Karneval nichts mehr zu tun. So nicht! Dank der RP, dass sie Gelegenheit gibt, uns zum Karnevalswagen "Traditionsspflege - Kardinal Meissner" (auch noch falsch geschrieben) zu äußern. Nein, du Karneval, darfst das nicht! Auch Abtreibung ist und bleibt Mord eines lebenden Menschen. Das muss gesagt werden dürfen - aber so nicht. Kein Witz Der Mottowagen mit dem Kardinal Meisner und einer Frau auf einem Scheiterhaufen kann man auch bei Anlegung eines sehr großzügigen Maßstabs nicht als "karnevalistische Witz- oder Satireveranstaltung" verstanden werden. Geschmacklos Die Wahl dieses Karnevalsmotivs zeugt weder von urwüchsig-rheinischem Humor noch von geistreichem Witz, sondern ist nur der geschmacklos zynische Ausdruck einer zunehmenden Aggression gegen Person und Amt des Kölner Oberhirten und mit ihm gegen alle, die aus dem Lebensrecht von wehrlos-ungeborenen Kindern bei uns noch immer ein Gewissen machen. Bis es Leid Ich bin die Hetzkampagnen gegen unseren christlichen Glauben und auch gegen die USA Leid. Die "Verantwortlichen" glaubten sich auch noch des Karnevalszuges bedienen zu müssen. Ich wünsche mir mehr Fröhlichkeit und Wahrheit. Blamage Jeder blamiert sich so gut er kann. Die Verantwortlichen für die Wagen "Kardinal Meisner" und "US-Präsident Bush" sollten sich schämen und über ihre persönlichen Probleme nachdenken. Mit Humor oder geistvoller Satire hat das nichts zu tun. Niveaulos Danke, dass sie dieses Thema aufgegriffen haben, denn ich war wirklich erschüttert ob dieses Wagens. Wie niveaulos und achtlos gehen wir denn mit Menschenleben um? Abtreibung ist Tötung. Wieviele Frauen, die dies in Not oder anderen Gründen taten, können ob dieser Tat nicht mehr schlafen. Und wir Frohnaturen bringen dies in einem Rosenmontagszug - nur einem Kirchenbediensteten eins auszuwischen. Wer gibt denn ein Okay zu diesem Wagen? Der war sicherlich noch bei einem der feierlichen Gottesdienste vom Brauchtum in Max- oder Lambertuskirche und saß vorne in den ersten Reihen. Tief verletzt Als überzeugter Rheinländer und mit großer Freude am Karneval, musste ich leider feststellen, dass massiv die Grenzen überschritten werden. Ich fühle mich als Katholik in meinen religiösen Überzeugungen tief verletzt. Meisners Einsatz für das ungeborene Leben ist überzeugend und sachgerecht. Ihm inquisitorisches Vorgehen vorzuwerfen ist, ist gemein und beleidigend. Hier geht es um Urfragen des Lebens und seines Schutzes. Damit macht man keine Scherze. Kein Ehrgefühl Der Rosenmontagswagen mit Kardinal Meisner ist noch mehr als geschmacklos, es ist schon verunglimpfend und beleidigend. Wie weit sind die Macher beim CC eigentlich schon gesunken? Haben diese überheblichen Gestalten überhaupt noch einen Funken Ehrgefühl im Leibe? Hinzu kommen noch geschmacklose Kommentare von Breuckmann & Co. Es macht keinen Spaß mehr, Karneval in unseren Breitengraden zu erleben. Verachtung Wann kommt im WDR endlich der Düsseldorfer Rosenmontagszug ins Bild? Schade, gar nicht! Veilchendienstag: Die Rheinische Post liegt vor uns. Dem WDR großes Lob, dass der Düsseldorfer Zug nicht übertragen wurde: So viel Verachtung der Menschenwürde ungeborenen Lebens durch den Mottowagen "Traditionspflege" wurde uns noch nie so deutlich vor Augen geführt! Ein "Höhepunkt des Comitee-Düsseldorfer-Carnevals", das so wenig über den Wert des menschlichen Lebens weiß und die Zuggenehmigung erteilt hat. Helau! Entsetzen Zwei Empfindungen hatten wir: Entsetzen und Scham - über die skrupellose Verdrehung von Wahrheiten. In einem Land, in der die Spaßgesellschaft über 200.000 ungeborener Kinder im Jahr zerstückelt und absaugt, wird einer der wenigen mutigen Männer verhöhnt. Die zweite Empfindung war Stolz. Wenn eine spätere Generation über die massenhafte Tötung ungeborener Kinder urteilt und fragt, ob die katholische Kirche geschwiegen hat, werden Christen dankbar auf Persönlichkeiten wir Kardinal Meisner hinweisen. Unverzeihbar Nein, das darf auch der Karneval nicht. Wir leben offenbar in einer verkehrten Welt! Einen Mann, der sich glaubwürdig für werdendes Leben einsetzt, als bösartigen Inquisitor darzustellen, ist unerhört und unverzeihbar. Gleiches gilt auch für den oberflächlichen Kommentar, den Herr Breuckmann abgab. Beleidigung Hiermit protestiere ich als Vorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes Düsseldorf und persönlich gegen die Geschmacklosigkeit und den Inhalt des Karnevalswagens zum Kardinal Meisner. Dieser Wagen stellt eine Beleidigung gegen die Person des Kardinals und gegen die Katholische Kirche dar. Die Verantwortlichen sollten zur Rechenschaft gezogen werden. Ich werde im Übrigen Strafantrag stellen. Grenze überschritten "Es gibt eine Grenze, die im Karneval und im Kabarett nicht überschritten werden darf". Über diese Grenze lässt sich sicher streiten. Hier hört nach meiner festen Überzeugung die Möglichkeit zur Meinungsverschiedenheit auf. Wenn der Kardinal die Abtreibung als Tötung eines Menschen mutig beim Namen nennt, kann man ihm nur danken. Viele Gläubige stehen hinter ihm, das kann ich belegen mit meiner aktuellen Erfahrung in St. Antonius und unseren Priesterkandidaten in Bonn, wo ich als Spiritual tätig bin. Ich werde den Bericht der Rheinischen Post mit unseren Priesterkandidaten besprechen und sie ermuntern, heute und im späteren Dienst in den Pfarreien heftig gegen ähnliche Permissivität und Unverschämtheit zu protestieren. Wenn sie aus der Katholischen Kirche keinen Sturm der Empörung wahrnehmen sollten, dann kann ich nur Papst Pius VII zitieren: "Das große Unglück unserer Zeit ist die Müdigkeit der Guten". Ich schäme mich als Düsseldorfer, der seit 1964 als Kaplan, Pfarrer, Dechant und Stadtdechant tätig sein durfte, für diese unverschämte Darstellung des Bischofs. Nicht im Karneval Ich halte Kardinal Meisners Stil auch nicht immer für angemessen, oft vereinfacht er Probleme zu stark, aber diese Karikatur geht eindeutig zu weit! Meisner ist manchmal zu rigoros, hat zuwenig Verständnis für komplizierte Lebenszusammenhänge, aber ein Inquisitor ist er nicht. Abgesehen davon eignet sich die überaus schwierige Abtreibungsproblematik absolut nicht für den Karneval - es ist schon schlimm genug, dass das Bewusstsein, dass Abtreibung immer Vernichtung menschlichen Lebens ist - sei es im konkreten Fall entschuldbar oder nicht - , in unserer Gesellschaft schwindet. Wenn Meisner daran - in der richtigen Form - erinnert, sollte ihm das nicht zum Vorwurf gemacht werden. Nur mit Christen Wie auch immer man zu Kardinal Meisner stehen mag, dieser Karnevalswagen war primitiv und geschmacklos. Entlarvend das Interview der RP mit dem Erbauer Jacques Tilly: Auf die Frage, ob er auch einen islamischen Würdenträger so scharf angehen würde, gibt er zu, daß er und das CC davor Angst hätten (siehe Mord in Holland an van Gogh). Aber mit uns Christen kann man so etwas machen? Entschuldigen! Diese verleumderische Entgleisung ist auf keinen Fall akzeptabel und eigentlich ein Grund für eine Verleumdungsklage. Ich erwarte deshalb von den für den Rosenmontagszug Verantwortlichen, dass sie sich öffentlich von diesem "Karnevalsbeitrag" distanzieren und beim Kardinal entschuldigen. Sonst wäre es ein Armutszeugnis für den Düsseldorfer Karneval und ein Beleg für den Verdacht, dass es diesen Leuten an kreativem Witz fehlt und fehlendes Niveau durch solche Beiträge kaschiert werden soll. Kirchenhass Wir sehen hier die Grenze zwischen fröhlichem rheinischen Karneval und unverhohlenem Kirchenhass deutlich überschritten. Das wagt man in "political correctness" weder gegen Repräsentanten jüdischer noch muslimischer Gemeinschaften. Zudem ist der Wagen in seiner Aussage völlig verfehlt. Man kann doch nicht in dieser Weise einem Bischof ankreiden, dass er eindringlich mahnt, dass "heute, in unserer Zeit, ungeborene Kinder millionenfach umgebracht werden", er also Abtreibung die Tötung von noch nicht geborenen Kindern nennt. Aber das eckt bei der Spaß- und "der Bauch gehört mir"-Gesellschaft heftig an. In einer Zeit, den Mangel an Werten beklagt (zumindest einen solchen Mangel feststellt), ist es an der Zeit, dass Christen aufstehen und Unrecht auch laut und deutlich Unrecht nennen. Völlig überzogen Meine erste Reaktion auf den Motto-Wagen "Kardinal Meisner zündet Scheiterhaufen an" war, das ist überzogen. So wie sein Vergleich von angeordnetem Völkermord unter Hitler mit den Abtreibungen fehl am Platze war, ist auch der Mottowagen völlig überzogen. Abtreibung wird heute als Recht auf Beendigung einer Schwangerschaft verstanden. Nach Grundgesetz, Gesetzeslage und christlichem Verständnis ist Abtreibung Tötung von Leben. Daran zu erinnern, machen einen noch nicht zum Inquisitor und Hexenverbrenner. Arme Zukunft Nein, das darf der Karneval nicht! Die wenigen Menschen, die sich mutig bemühen, unsere Kultur zu bewahren, sollte man nicht - und schon gar nicht durch einen Karnevalswagen - verunglimpfen! Leider sind wir schon wieder so weit, dass ein Unrecht - getragen von der Jurisdiktion - gar nicht mehr als solches empfunden wird. Es geht hier nicht nur um Geschmacklosigkeiten, sondern um die Beweisführung der eigenen Unmenschlichkeit. Arme Zukunft. Kein Spaß Der Wagen "Kardinal als Inquisitor" ist geschmacklos. Bei Abtreibung wird ein Kind im Mutterleib getötet. In den USA kommt ein Gesetz, wonach Ärzte auf die extremen Schmerzen dabei für die Ungeborenen und die psychischen Folgen für die Frauen hinweisen müssen. Bei Tötung hört der Spaß auf. Saufen, Randale Das vorab: Es war ein schöner bunter Rosenmontagszug. Leider war er etwas spät dran. Als ich den Wagen mit dem Kölner Erzbischof sah, war ich einigermaßen schockiert. Mein erster Gedanke war: das gehört sich nicht, das ist pure Hetze gegen die Kirche. Noch etwas: Noch nie ist mir ein solches Besäufnis begegnet wie am Sonntag sowohl auf der Kö als auch in der Altstadt. Es schien, als ob sich alle Düsseldorfer Alkoholiker und Umgebung versammelt hätten. Und überall Glasscherben. Ich denke, der Karneval artet so langsam aus in Saufen, Randale und Sau-Rauslassen. Toleranz Friedrich II (der "alte Fritz") schrieb an Voltaire: "Die Toleranz muss jedem Staatsbürger die Freiheit sichern, zu glauben was er will. Aber sie darf nicht so weit gehen, dass sie die Frechheit und Zügellosigkeit junger Hitzköpfe gutheißt, die das vom Volk Verehrte dreist beschimpfen." Das ist meine Ansicht. Sie deckt sich mit dem, was zur Sicherung der Freiheit und der öffentlichen Ruhe nötig ist. Das ist das erste Ziel jeder Gesetzgebung. |

