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Rheinische Post, 24.2.2009, von Uwe Reimann Humor ist, wenn man trotzdem baut Die Kölner haben keine Traute. Als Angela Merkel im Zoch nackisch mitfahren sollte, haben sie die Nase gerümpft und den Busen der Kanzlerin ganz fix mit klitzekleinen Fitzelchen Feigenblättern verhüllt. In Düsseldorf regiert ein Dreigestirn aus CC-Präsident Engelbert Oxenfort, Geschäftsführer Jürgen Rieck und Zugleiter Hermann Schmitz, das dem Wagen-Virtuosen Jacques Tilly selbst bei den gewagtesten Entwürfen für die Mottowagen alles abnickt. Beweise gibt's jeden Rosenmontag. Auch gestern. Der lächelnde Papst reicht dem Pius-Bruder Williamson gütig die Hand, während der als Antisemit und Satan fies grinst. Ein Blick und jeder versteht die Speerspitze, die in Köln höchstens als Nadelstich zugelassen worden wäre. Der Pistolero Putin, der die Pressefreiheit für nicht so lebensnotwendig hält. Oder auch die nackte - ja, richtig nackige! - Angela Merkel, an der die kleinen Ungeheuer Konjunkturpaket, Abwrackprämie und Bankenkrise saugen wie einst Romulus und Remus. Was Tilly da alljährlich auf die Wagen hievt, ist einfach Extraklasse. Krise krabbelt auf die Wagen Überhaupt schaffte "Die Krise" es wirklich oft auf die seit Wochen heiß ersehnten Motto-Wagen, die alljährlich geheim bleiben und erst Minuten vor dem Zoch-Start enthüllt werden. Der Rettungsschirm, der den Großunternehmen Schutz bietet, während der Mittelstand im Regen steht. Oder wie der Kapitalismus dem Steuerzahler in den Nacken, 'tschuldigung es steht da so, "kotzt", ist derber, aber gründlicher Humor. Nur den Oberbürgermeister Dirk Eibers haben sie ganz kuschelig lieb, so dass er als Elbärs mit Räppelchen auf seiner Spieldecke sitzt und sich freut. Ein Lob? Oder doch ein niedlich verpackter Seitenhieb? Weniger Seitenhiebe, dafür unendlicher Spaß an der Freude kennzeichnen die Wagen der Gesellschaften. Auch sie werden immer bunter und voluminöser. Klasse, was zum Beispiel die KG Regenbogen aufbaute: den Thron des Prinzen unter einem Baldachin auf rotem Teppich: "Wir sind Prinz." Die Närrischen Schmetterlinge outeten unter dem Multikulti-Begriff alle, die den Rosenmontagszug toll finden: Japaner, Russen, Bayern, Muslime, Inder und Kölner. Klar, sind ja auch Ausländer. So weit die von echt frechem, gewagtem Witz und Spott entfernt sind. Bildtext: Bildtext: Bildtext: |

